Jun 30

Also was einige Lehrer so alles als Unterricht betrachten verwundert mich schon sehr. Besonders in meinem Hass Lieblingsfach Erdkunde ist der Unterricht immer besonders spannend. Da wir das letzte Schuljahr Erdkunde haben und danach dank Profiloberstufe Biologie und Erdkunde für immer abgeben, hat der Lehrer angeordnet, nur noch interessante Themen zu behandeln. Wenn ich jetzt so auf das dahinscheidende Schuljahr zurückblicke fällt mir dazu nichts mehr ein…

interessante Themen…

Das ganze endete ungefähr so:
jeden Dienstag in der ersten Stunde kam der Lehrer pünktlich 5-10min zu spät. Danach gab es zwei möglichkeiten, den Unterricht fortzusetzen.

Die eine war, Film gucken (meist schlechte Produktionen von BBC oder NDR von vor ca. 200 Jahren, mit schlecht synchronisiertem indischen Englisch im Hintergrund, was jeder von uns verstanden hätte (hatten 2 Jahre Erdkunde auf Englisch). Außerdem immer durchgehend Themen, die keiner Aktualität bedürfen (Wirtschaft in Indien) oder Themen die für uns regional äußerst interessant sind (der Monsun).

Die andere Möglichkeit war: räumliche Disparitäten. Also das Einordnen eines Staates in das Raster 1.; 2.; 3.; 4. o. 5. Welt. Dazu kriegt jeder Schüler ein paar Informationen über den Staat, einen Atlas und auf geht’s.

Diese zwei Methoden bringen vor allem einem was: dem Lehrer. Die Schüler sitzen eigentlich nicht mehr richtig beteiligt an ihren Tischen, essen, trinken und lassen die Seele baumeln, so gut es eben geht in der ersten oder zweiten Stunde am Dienstag Vormittag (8:00-9:30). Den perfekten Unterricht stelle ich mir da anders vor:

Unterrichtsbeginn morgens um ca. 9:30, dafür Schule bis 15:30. In Doppelstunden gegliederter Unterricht. Laptopnutzung, besonders im Deutsch/Englischunterricht. Mehr Informatik, Physik, Biologie, Chemie dafür weniger Schwachsinn á la Kunst/Musik/Darstellendes Spiel oder Erdkunde, Latein etc. Lehrer, die gut erklären können und sich ein bisschen auf neue Medien einlassen. Smartboards in allen Klassen. Schüler Präsentieren mit Powerpoint. Schüler dürfen im Unterricht selbstgeschriebene Programme verwenden.

Also kurz: Ich bin für einen modernen Unterricht mit viel PC-Nutzung.

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Das große Problem mit den Lehrern ist, dass sie teilweise total überaltert und teilweise extrem unfähig sind (betonung auf TEILWEISE). Das ist klar, wie kann man schon kluge Köpfe und begabte Studenten mit ~40 000€ im Jahr locken, wenn er in der Wirtschaft bis zu 100 000€ verdient? Nein – stattdessen haben Lehrer meist einen Abi-Schnitt von >3,0.

Bei uns am Gymnasium scheint das ganze aber noch nicht krass genug zu sein, Hauptschullehrer, die Lehrer die den meisten Aufwand mit Problemschülern etc. haben kriegen zur Krönung noch weniger Geld als die Gymnasiallehrer, wenn ihr mich fragt, eine eindeutige SCHWEINEREI.

Grüße, euer FinnO

Jun 29

ist ja wirklich sowas von tot! Aber trotzdem ist der Lateinunterricht immer noch der beste zum Überlegen. Hier habe ich für euch einen Auszug aus meinen schwachsinnigen Lateinphilosophien:

komprimierte Sprache

Auch wenn die Vorteile von Latein begrenzt scheinen und Latein eigentlich so richtig tot ist, könnte man es eventuell heute noch gebrauchen, zumindest im Ansatz:

Jeder, der auch nur ein bisschen Latein kann (also jemand wie ich), müsste wissen, dass Latein eine recht kompakte Sprache ist. Große Teile des Satzbaus, sowie fast alle Pronomina sind in den Nomen bzw. den Verben enthalten. Außerdem gibt es recht kompakte Konstruktionen (PPP, ACI, NCI) die im Deutschen schon mal länger als 5 Wörter werden können. Die Überlegung ist ganz klar, wenn ich Text mit einem üblichen Kompressor komprimiere (zip, JPEG (Fotos), rar, etc.) dann wird der Text mehrfach auf Wiederholungen durchsucht und diese dann mit Verweisen zusammengefasst. Dies ist auch der Grund, warum Bilder, die große, einfarbige Flächen haben speicherplatzmäßig kleiner sind, als bunte chaotische.

Aber zurück zu den Vorteilen von Latein: Das Lateinische ist fast monoton. Jeder, auch ein Laie wird bei dem Gedanken an Latein sofort denken “Ichus gingus jeden Morgenus durch den Gartus” (oder so ähnlich) und auch Jedem wird auffallen, dass Latein sehr oft die gleiche Endung oder gleiche Teile innerhalb eines Wortes besitzt, z.B. videbam, vocaebat, etc. (einfache Vergangenheit).

Es ist also naheliegend, wenn man hohe Kompressionsraten erzielen will, einen Text zuerst ins lateinische zu übersetzen, bevor man einen normalen Algorithmus auf ihn loslässt, doch der Nachteil liegt auf der Hand: Wer kann schon Latein und wer von den wenigen hat Lust, jeden deutschen Text in diese scheiß tote Sprache zu übersetzen?

Richtig! Keiner!

euer Finn Ole

Jun 29

Genau diese Frage hat mich heute aus meinen frühmorgendlichen Tagträumen auf dem Weg zur Schule gerissen. Für gewöhnlich fahre ich jeden Morgen mit dem Bus zur Schule (~20km durch die Wallachei bis nach Neumünster [S-H]) und auch heute saß ich im Bus bis eben: “Kann ich..?”.

Im Grunde genommen ist “Kann ich..?” ja kein richtiger Satz (deshalb ja die Punkte). Als ich dann völlig perplex in der Realität ankam bemerkte ich das im Seitengang zu meiner Rechten ein Mädchen so ~16 Jahre alt stand und mich auffordernd anguckte. “Kann ich..?” schoss es mir durch den Kopf. Was wollte sie? Während ich den ganzen Bus nach irgendwelchem Kontext absuchte fragte sie nochmal “Kann ich..?” “Hallo, kann ich sitzen?”

Gute Frage dachte ich, nickte und nahm meine Tasche auf meinen Schoß. Sie setzte sich neben mich und ich sagte:

quod erat demonstrandum” – diesen Blick werde ich wohl nie vergessen :D

euer Finn Ole