Jun 29

ist ja wirklich sowas von tot! Aber trotzdem ist der Lateinunterricht immer noch der beste zum Überlegen. Hier habe ich für euch einen Auszug aus meinen schwachsinnigen Lateinphilosophien:

komprimierte Sprache

Auch wenn die Vorteile von Latein begrenzt scheinen und Latein eigentlich so richtig tot ist, könnte man es eventuell heute noch gebrauchen, zumindest im Ansatz:

Jeder, der auch nur ein bisschen Latein kann (also jemand wie ich), müsste wissen, dass Latein eine recht kompakte Sprache ist. Große Teile des Satzbaus, sowie fast alle Pronomina sind in den Nomen bzw. den Verben enthalten. Außerdem gibt es recht kompakte Konstruktionen (PPP, ACI, NCI) die im Deutschen schon mal länger als 5 Wörter werden können. Die Überlegung ist ganz klar, wenn ich Text mit einem üblichen Kompressor komprimiere (zip, JPEG (Fotos), rar, etc.) dann wird der Text mehrfach auf Wiederholungen durchsucht und diese dann mit Verweisen zusammengefasst. Dies ist auch der Grund, warum Bilder, die große, einfarbige Flächen haben speicherplatzmäßig kleiner sind, als bunte chaotische.

Aber zurück zu den Vorteilen von Latein: Das Lateinische ist fast monoton. Jeder, auch ein Laie wird bei dem Gedanken an Latein sofort denken “Ichus gingus jeden Morgenus durch den Gartus” (oder so ähnlich) und auch Jedem wird auffallen, dass Latein sehr oft die gleiche Endung oder gleiche Teile innerhalb eines Wortes besitzt, z.B. videbam, vocaebat, etc. (einfache Vergangenheit).

Es ist also naheliegend, wenn man hohe Kompressionsraten erzielen will, einen Text zuerst ins lateinische zu übersetzen, bevor man einen normalen Algorithmus auf ihn loslässt, doch der Nachteil liegt auf der Hand: Wer kann schon Latein und wer von den wenigen hat Lust, jeden deutschen Text in diese scheiß tote Sprache zu übersetzen?

Richtig! Keiner!

euer Finn Ole