Jan 07

Hey,

Kennt ihr das? Ich meine, kennt ihr diese Leute, denen die Sanduhr förmlich ins Gesicht geschrieben steht, wenn im Gehirn mal wieder Chaos herrscht? Heute war es mal wieder zu – merkwürdig. Ich saß im Philosophieunterricht, mein Lehrer (älteres Modell) schläferte mal wieder die gesamte Klasse ein (von Jannik mal abgesehen, der hat ja mit $Braunhaarobject gefüßelt) und sprach – über meine beiden Sitznachbar(inne)n (ja, Emanzi, ich denk an dich) – $Parallelklässlerin an, was genau ich von ihr wollte, sei dahingestellt – iirc, war es eine im höchsten Maße thematisch brisante Stellungnahme von mir zu einem ihrer raren Unterrichtsbeiträge – und sah, wie sie mich erstaunt anguckte.

“Was?” fragte sie, immer noch mit verdutzem Gesichtsausdruck. Doch dann – oh Wunder – ihre Mimik schnellte in dem Bruchteil einer Sekunde von *Hä* auf *Ahh* um und sie plapperte munter drauf los, eben wie die Sanduhr, die entweder Sanduhr bleibt, oder ZACKBUMMPENG, wieder die Form eines [crDefault] annimmt.

Als sich das gleiche Phänomen wenig später erneut einstellte, begann ich so langsam an der Leistung der CPU meiner Mitschülerin zu zweifeln, als jedoch etwas fettes mit iPhone, von mir aus in 12-Uhr-Position, das Wort erhob um einen Text vorzulesen. So ein Text besteht ja bekanntermaßen aus Zeichen, und da ich mit meinem durch Jahrelange Leseerfahrung erhaltenen Schnell-Scan-Blick sofort erkannte, dass die Kollation eindeutig ASCII war, switchte in meinem Gehirn ein kleiner Schalter, der einen 255 Byte langen Visual-To-Audio-Buffer reservierte und dafür die Header einiger Lateinvokabeln zum Überschreiben freigab.

Bei meiner Mitschülerin muss irgendwie der RAM defekt gewesen sein, und ihre durch allgemeine Arroganz schon sehr lahme CPU kriegte es scheinbar nicht auf die Reihe, sinnigen Speicherplatz auf der Platte zu reservieren, weswegen sich nach jedem Wort, genauer nach jeweils 8 Zeichen, ein Bufferoverflow in Brain.Exe (Adresse $00989999[*]) durch ein “Äh” oder auch ein “Ähm” äußerte.

NERVIG!

in diesem Sinne gehe ich erstmal defragmentieren. Ciao!

Jun 29

ist ja wirklich sowas von tot! Aber trotzdem ist der Lateinunterricht immer noch der beste zum Überlegen. Hier habe ich für euch einen Auszug aus meinen schwachsinnigen Lateinphilosophien:

komprimierte Sprache

Auch wenn die Vorteile von Latein begrenzt scheinen und Latein eigentlich so richtig tot ist, könnte man es eventuell heute noch gebrauchen, zumindest im Ansatz:

Jeder, der auch nur ein bisschen Latein kann (also jemand wie ich), müsste wissen, dass Latein eine recht kompakte Sprache ist. Große Teile des Satzbaus, sowie fast alle Pronomina sind in den Nomen bzw. den Verben enthalten. Außerdem gibt es recht kompakte Konstruktionen (PPP, ACI, NCI) die im Deutschen schon mal länger als 5 Wörter werden können. Die Überlegung ist ganz klar, wenn ich Text mit einem üblichen Kompressor komprimiere (zip, JPEG (Fotos), rar, etc.) dann wird der Text mehrfach auf Wiederholungen durchsucht und diese dann mit Verweisen zusammengefasst. Dies ist auch der Grund, warum Bilder, die große, einfarbige Flächen haben speicherplatzmäßig kleiner sind, als bunte chaotische.

Aber zurück zu den Vorteilen von Latein: Das Lateinische ist fast monoton. Jeder, auch ein Laie wird bei dem Gedanken an Latein sofort denken “Ichus gingus jeden Morgenus durch den Gartus” (oder so ähnlich) und auch Jedem wird auffallen, dass Latein sehr oft die gleiche Endung oder gleiche Teile innerhalb eines Wortes besitzt, z.B. videbam, vocaebat, etc. (einfache Vergangenheit).

Es ist also naheliegend, wenn man hohe Kompressionsraten erzielen will, einen Text zuerst ins lateinische zu übersetzen, bevor man einen normalen Algorithmus auf ihn loslässt, doch der Nachteil liegt auf der Hand: Wer kann schon Latein und wer von den wenigen hat Lust, jeden deutschen Text in diese scheiß tote Sprache zu übersetzen?

Richtig! Keiner!

euer Finn Ole